Datenschutz geht jeden (selbst) etwas an – und nicht Facebook

Zugegeben, eine provokante Überschrift, aber irgendwie muss man ja seine Leser einfangen: ![]()
Zur Zeit liest man ja mal wieder öfter, wie schlecht die großen sozialen Netzwerke mit den Daten ihrer Benutzer umgehen. Und jeder dieser Artikel kotzt mich mehr und mehr an.
Irgendwelche dahergelaufenen Redakteure scheinen in dem Thema nämlich ihren neuen Aufhänger gefunden zu haben und schon reicht es, wenn ein Informatikdoktorand einen Crawler schreibt und wir haben den nächsten “Skandal”. Aber was daran ist eigentlich der Skandal? Dass jemand meine Lieblingsfilme, Geburtstag, Hobbys, Freundesliste usw. ausliest (obwohl er das nicht können sollte), die ICH SELBST in das Netzwerk eingestellt habe? Dass Google die Daten, die ICH bei Facebook eintrage sehen kann und indexiert?
In der Tat, das ist ein Skandal – skandalöse Blödheit von Nutzern nämlich. Warum stelle ich Informationen ins INTERNET ein und beschwere mich anschließend, dass jemand anderer diese Informationen sehen kann – ob nun berechtig oder nicht? Wie blöd muss man eigentlich sein. Ich möchte hier nicht sagen, dass ich das Verhalten von Facebook gut finde, die eingegebenen Daten z.B. für Werbezwecke zu verwenden. Aber ich weiß, dass mir niemand etwas schenkt und nehme diese Form der Monetarisierung in Kauf. Es ist mir bewusst und ich finde mich damit ab. Dass die Einstellungen der Sichtbarkeit von Profilinfos blöd gewählt waren, war jetzt auch keine schöne Geschichte, trotzdem muss ich mit sowas rechnen. Und wer garantiert mir, dass eines der Netzwerke nicht aufgekauft wird und die Daten sowieso ganz woanders landen? Niemand! Aber nicht im Traum würde mir einfallen, mich darüber aufzuregen. Denn noch immer entscheide ich, was ich ins Netz stelle. Und auch ich entscheide, ob ich überhaupt in einem der Netzwerke vertreten sein möchte.
Jetzt kann man natürlich sagen: klar, der Typ hier kennt die Probleme, meine 14 jährige Tochter jedoch nicht. Dazu kann ich nur sagen: da läuft wohl was in der Erziehung falsch. Eltern sind nunmal in der Verantwortung, sich 1. für ihre Kinder zu interessieren und 2. sich auch selbst mit den Sachen zu beschäftigen, die ihre Sprösslinge so treiben – ich würde es in diesem Fall ganz einfach Medienkompetenz nennen. Natürlich kann man es sich leicht machen und die Verantwortung an die Netzwerkbetreiber weitergeben – was aber völlig falsch ist. Denn das Internet vergisst nie. Und so sollte man seine Kinder frühestmöglich darauf einstellen. Facebook / VZ-Netzwerke usw. sind in meinen Augen reine Provider, der Content kommt ausschließlich von den Usern selbst. Daher sehe ich sie auch nicht so in der Pflicht.
Die Lösung für den User ist ganz einfach: Standard-Profile. Wenn man sich z.B. mal meine Facebook, Lokalisten und MeinVZ Profile ansieht, merkt man, dass man eigentlich nicht viel mehr über mich erfährt, als man auf meiner Webseite und meinem Blog nachlesen kann. Und das sind die Infos, die ich herausgeben möchte. Nicht mehr, und nicht weniger. Warum habe ich dann überhaupt die Profile? Twitter, Facebook und MeinVZ sind derzeit meine Hauptkommunikationskanäle – die ich nicht missen möchte. Die nahtlose Integration in mein Android-Handy, Zugriff von fast überall…was will man mehr. Und vor allem haben meine Freunde jederzeit die Möglichkeit, einfach Kontakt zu mir aufzunehmen. Das, finde ich, ist das größte Geschenk, was uns diese neue Technik bringt.

So einen ähnlichen Beitrag hab ich auch heute geschrieben =)
Einzusehen hier: http://www.philipp-zaiser.de/2010/05/das-geschaft-mit-dem-datenschutz/
Kann man so sagen. Schöner Text von dir!