Jeder Mensch sollte seine Grenzen kennen. Und komischerweise zeigen mir die Teamevents meiner Firma diese immer wieder auf
Bereits im September letzten Jahres ging es in den “Kletterwald Blomberg” bei Bad Tölz. Man glaubt gar nicht, wie viel Angst man bekommen kann, obwohl man eigentlich vollkommen sicher an einem Sicherungsseil hängt. Naja, zumindest einen Parkour hatte ich absolviert, die anderen waren mir dann doch zu viel. Aber gut, nun kenne ich zumindest diese Grenze.

Tja, und in dieser Woche ging es nun zum Schneesport in die Berge. Um genau zu sein: Garmisch Partenkirchen. Wir konnten zwischen Ski und Snowboard wählen, wobei ich mich für letzteres entschied. Snowboarder sehen irgendwie cooler aus
Der Tag begann für mich um 4 Uhr, da ich ja erst noch per S-Bahn in die Stadt musste, um einen der gemieteten Busse besteigen zu können. Natürlich gab es die eine oder andere Verzögerung, die scheinbar bei Gruppen ab 5 Leuten normal sind. Nachdem dann auch noch die letzten Kollegen/innen persönlich vor der Haustür abholt waren, ging es auf die Autobahn und dann ab in die Berge.
Ca. 1,5 Stunden später wurde der Kleinbus eingeparkt und es ging direkt in die Ausleihstation. Der Traum vom Profi-Snowboarder war kurz vorm platzen, da es an einer Schneehose in meiner Größe mangelte. Nach dem kurzen Schockmoment war aber auch das Problem gelöst, indem das Team noch das Lager durchkämmt hatte. Anschließend wurde das Equipment ausgehändigt und noch fertig eingestellt. Komplett ausgerüstet trafen wir dann auch unsere Snowboardlehrerin, die uns erstmal mit Aufwärmübungen traktierte. Aber was tut man nicht alles für die Chance auf Olympia. Anschließend ging es auf Skateboards ohne Rädern zu den Trockenübungen. Bereits hier gab’s die ersten Opfer zu beklagen und wir wahren darauf vorbereitet, dass es auf dem echten Brett noch um einiges härter werden würde. Allerdings schlug ich mich hier noch wacker…

Und dann ging es auf den Berg. Oben angekommen, wurden wir erstmal von dicken Schneeflocken begrüßt, die mit der Zeit immer mehr zunahmen. Nicht gerade förderlich für Anfänger. Hier hieß es nun Trockenübungen mit dem echten Board zu vollführen. Vorerst nur mit einem festgeschnallten Bein. Aber auch das erwies sich nicht gerade als besonders leicht. Und als ob das nicht schon schwer genug war, plagten mich zunehmends meine Stiefel, die wohl doch noch eine Idee zu klein geraten waren. Und dabei hatte ich schon extra eine Größe über meiner Schuhgröße gewählt. Ab einem bestimmten Punkt ging es gar nicht mehr und so hieß es für mich nochmal: Ab ins Tal, Stiefel tauschen, wieder auf den Berg. Puh, dass war nun eine echte Erleichterung. Natürlich hatten die anderen das Training fortgesetzt und waren bereits am Schlepplift zu Gange.
Diese Höllenmaschinen gehören verboten. Mein erster Versuch, mich an so einem Teil hinaufbefördern zu lassen, endete in einem bestimmt lustig aussehenden, aber doch unangenehmen Sturz mit Verkeilung des Boards und bösartigen Reibegeräuschen des Seils an meinen Klamotten. Nachdem ich mich aus der misslichen Lage befreit hatte, ging es an den 2. Versuch, der diesmal glückte. Leider hatte die Spur die ungünstige Eigenschaft, auf halber Strecke eine tiefere Furche aufzuweisen, die der Fahreigenschaft meines Boards nicht gerade dienlich war. Sprich, ich lag ein zweites mal frontal im Schnee. Der dritte Versuch klappte dann und ich stand oben. Wobei man bei “oben” dazu sagen muss, dass es sich um den Kindehügel handelte…

Die nächste Übung hieß, frontal den Berg runter zu rutschen. Und zwar mit angewinkeltem Board. Sprich, man steht mit dem Gesicht gerade aus, nach hinten gelehnt auf dem Board und versucht den Winkel zu finden, bei dem man ins rutschen kommt. Gleichzeitig muss man den Neigewinkel anpassen, um nicht zu schnell zu werden. Unmenschlich. Ich hab mehr gesessen als gestanden. Hinzu kam noch der Umstand, dass es gar nicht so leicht ist, mit angeschnalltem Board aufzustehen. Der Neuschnee war dabei auch nicht gerade dienlich und so langsam schwand auch die Motivation. Aber gut, bezahlt war der Spass, also wollte ich es auch nutzen. Und die Trainerin war wirklich geduldig. Aber so richtig wollte es nicht klappen. Nachdem ich dann beim Anschnallen mehrfach am Boden festgefrohren war und die Schneehose mittlerweile ihre Wirkung verlor, war es dann auch bei mir vorbei. Das Vergnügen sollte ja auch nicht mit einem Krankenschein enden. Beim Mittagessen bemerkte ich dann, dass mein kompletter Rücken plus Hinterteil nass und bereits sehr kalt waren. Alles aufwärmen half da auch nicht mehr, die Luft war raus und die Angst vor einer Blasenentzündung noch viel größer.
Einigen anderen Kollegen ging es ähnlich und so machten wir uns früher als geplant aus dem Staub. Der Tag endete für mich dann mit heftigen Schmerzen im Knie, aber auch mit einem sehr heißen Bad zum Aufwärmen. Viel mehr brauchte ich dann auch nicht mehr und so war die Devise: ab ins Bettchen. Die Knieschmerzen ließen über Nacht leider nicht nach, sondern wurden Tags darauf noch schlimmer. Hinzu kam ein übler Muskelkater in Körperregionen, die ich noch gar nicht kannte. Aber all das hat sich im Laufe des Tages abgeschwächt und so bin ich nochmal glimpflich davon gekommen.
Mein Fazit des Ausflugs ist: Beim nächsten mal probiere ich wohl eher das Ski Equipment aus. Wirklich negativ, wenn auch diesmal nicht davon betroffen, fand ich den Faktor Geld. So ein Tag mit kompletter Ausleihe und Trainer kostet richtig Asche. Man kommt definitiv besser, sich alles selbst zu kaufen und dann vor Ort nur noch den Skipass sowie den Trainer zu ordern. Finde ich ein bisschen schade, denn so überlegt man es sich 3x, sich nochmal darauf einzulassen. Das Thema ist damit für mich vorest auf Eis gelegt und ein alternatives Hobby befindet sich ja auch bereits in Planung. Aber dazu in einem anderen Artikel mehr…
Ps: Falls das hier einer meiner Chefs lesen sollte: Danke, es war echt ein toller Tag. Und ich freue mich bereits auf das nächste Teamevent, welches Paintball sein wird. Und das wird dann MEIN Sport sein…hehe