Wie einige in der letzten Woche vielleicht bei Twitter mitbekommen haben, hatte sich unser Fernseher endültig verabschiedet. Angefangen hatte die Problematik bereits im Oktober. Da ging die gute alte Röhre einfach aus, schaltete sich dann aber wieder von selbst ein. Das ging 2 Wochen so, dann ging er einfach nur noch aus. Nun war er nur noch durch leichte, aber doch bestimmte Schläge zum Laufen zu überreden. Tja, und am Ende ging das Spiel 5-10 mal am Abend, bis er dann am letzten Samstag gar nicht mehr wollte. Problematisch war, dass das Budget recht begrenzt war, da die Wohnungseinrichtung noch immer Priorität hatte.
Also ging es ab zu Mediamarkt. Da wir uns leider die Weihnachtszeit ausgesucht hatten, war da natürlich mal wieder Chaos angesagt. Hinzu kam noch die von mir bereits berichtete Unfähigkeit vieler Mediamarkt Mitarbeiter. Es ist schon traurig, wenn der Kunde dem Verkäufer erklären muss, was der Fernseher kann….
Da ich mich nicht nur auf einseitige Preise festlegen wollte, ging es anschließend zu Expert. Und ich war wirklich positiv über die sehr gute Beratung überrascht. Nachdem ich dort meinen Wunschfernseher gefunden hatte, ging es nochmal zu Mediamarkt, um da die Preise zu vergleichen. Unterdessen wurde ich glücklicherweise von Tobi auf die Flat-TVs von Philips hingewiesen. Denn die bieten ein mir sehr wichtiges Feature: Sie haben ein integriertes Mediacenter. Aber dazu später mehr. Also war der erste Wunschfernseher wieder uninteressant. Nach langer Suche hatte ich den Philips 32-8404 entdeckt, der wirklich sehr ungünstig platziert stand, in dieser Preisklasse aber definitiv die erste Wahl für den Kunden sein sollte. Denn er bietet sehr gute Bildqualität mit einem Full-HD Panel und 100Hz Technik für schlappe 600€. Aber wenn kein Mitarbeiter von Mediamarkt was davon weiß…kein Wunder.
Wenigstens gab es ganz unproblematisch die Möglichkeit, den alten Fernseher gleich vor Ort in den Schrott zu befördern. Also gings nochmal schnell nach Hause, die alte Kiste eingeladen und wieder zurück zu Mediamarkt, da Expert dieses Gerät leider gerade nicht vorrätig hatte. Ich also wieder rein in den Laden, den erstbesten Verkäufer geschnappt “Den da will ich…”. Er fing mit dem schmierigen Mediamarkt grinsen an, ob ich denn noch Fragen hätte. Um unnötige Gespräche gleich zu unterbinden war meine Antwort: “Ist alles geklärt, pack ein das Teil”. Meine Versuche, noch kostenlos ein HDMI Kabel dazu zu bekommen, waren leider nicht erfolgreich, aber man kann ja nicht alles haben…

Tja, und nun lag ein Philips 32-8404 in meinem Kofferraum. Das Gerät ist mit Ambi-Light der ersten Generation ausgestattet. D.h., hinten am Fernseher sind zwei Leuchtleisten mit jeweils 2 unterschiedlich Zonen, die unterschiedlich leuchten können, angebracht. Wenn man z.B. einen Sonnenuntergang über dem Meer ansieht, ist der untere Bereich hinter dem Fernseher blau gefärbt, der obere gelblich. Als ich das zum ersten mal im Laden gesehen hatte, dachte ich erst, dass mir der Spass ziemlich schnell auf den Sack geht. Dem ist aber überhaupt nicht so. Ich kann nämlich nicht mehr ohne
Der riesen Vorteil daran ist nämlich, dass man am Abend nicht mehr auf ein relativ hell leuchtendes Rechteck schaut, sondern eher eine schöne, langsam verlaufende Farbfläche blickt. Es ist wirklich sehr angenehm, was jetzt keine Schleichwerbung sein soll.
Zu Hause angekommen ging es gleich ans Auspacken. Ein Handbuch sucht man vergeblich, es gibt lediglich ein Quick-Start Guide. Alle weiteren Infos liefert das in den Fernseher integrierte Hilfesystem. Und wenn ich ehrlich bin: Man braucht wirklich kein Handbuch. Nach dem Anstecken wurde ich gleich von einem intuitiven Ersteinrichtungs-Guide empfangen, der mich erst nach meiner Sprache fragte, und mir anschließend mehrere, in der Mitte geteilte Bilder zeigte und dann immer fragte, welche Seite mir denn besser gefiele. Anschließend wurde mir mein Ergebnis und dann die Stromsparvariante gezeigt, worauf ich nochmals entscheiden sollte, welche Einstellung ich denn nun verwenden wolle. Ich war von so viel Usability begeistert. Ich hab mich fast wie bei Apple gefühlt.
Mit Anschlüssen ist das Teil eigentlich gut gesegnet: 4x HDMI, 2x Scart, 1x Komponenteneingang, 1x VGA, 1x analog Video, 1x S-Video, 1x Klinke Audio-in, 1x Klinke Audio-out, 1x LAN, 1x USB und einem Antennenanschluss. Zusätzlich gibts einen direkten Audioausgang, um den Sound nicht über den Fernseher, sondern über ein eigenes Audiosystem auszugeben. Ich brauche glaube ich nicht zu erwähnen, dass die Boxen des Geräts nicht gerade toll klingen. Aber das ist wohl bei jedem Flat so… Mittels EasyLink kann man mit der Fernbedienung des Fernsehers auch Geräte wie den DVD-Player steuern. Da ich über solche Easy-Link-Geräte (noch) nicht verfüge, konnte ich das leider nicht testen.
Das Killerfeature der Philips Fernseher ist aber, wie bereits erwähnt, das integrierte Mediacenter. Der 8404 ist mit einem USB sowie einem LAN Anschluss ausgestattet, die neueren Modelle bieten zusätzlich noch W-LAN. Über diese Schnittstellen kann man relativ leicht auf seine Medien zugreifen. So ist es möglich, eine USB-Festplatte/Stick anzustecken und Filme, Bilder oder Musik direkt abzuspielen, oder man durchsucht das Netzwerk nach freigegebenen Ordnern. Dabei handelt es sich um einfache Windows-Freigaben, d.h. man benötigt keine zusätzliche Software. In diesem Fall bietet sich z.B. eine NAS-Festplatte, also eine Netzwerkfestplatte, als zentrales Archiv an. Das System unterstützt gängige Videoformate, und, jetzt kommts: auch DivX. Das hat mich schon geplättet, hat die Kiste doch meine künsten Erwartungen erfüllt. Mein Plan war nämlich eigentlich, erstmal einen Flat-TV zu besorgen, anschließend ein Mediacenter (welches so ziemlich alle Dateien abspielen kann) und zum Schluss eine große NAS-Festplatte. Mit dem Philips hab ich nun die ersten beiden Schritte erledigt, fehlt nur noch die Festplatte. Aber das ist eine andere Geschichte…
Wie man den Lizenzvereibahrungen entnehmen kann, wird als Betriebssystem Linux verwendet. Sofern man über Internet verfügt, kann darüber die Firmware vollautomatisch auf den neusten Stand gebracht werden. Zusätzlich bietet der Philips das sog. NetTv, mit dem man direkt auf dem Fernseher im Internet surfen kann. Ob man da alle oder nur bestimmte Seiten ansurfen kann weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist YouTube dabei. Da ich wegen unseres Umzugs noch immer offline bin, konnte ich auch diese Funktionen noch nicht testen.
Jetzt hab ich so von dem Teil geschwärmt, und trotzdem gibt es eine Sache, die richtig nervt: die Senderlistensortierung. Wir nutzen einen analogen Kabel-Deutschland Anschluss und haben dadurch eigentlich nur Zugriff auf ca. 30 Sender. Der Fernseher war nun so schlau und hat beim Sendersuchlauf auch gleich alle digitalen Sender, inklusive Sky&Co., gefunden. Nun haben wir eine Senderliste mit ca. 400 Sendern. Erstmal ganz cool, aber leider sind die digitalen Sender alle, bis auf die öffentlichen, verschlüsselt. Und die analogen Kanäle befinden sich rein zufällig am Ende dieser Liste. Auch das wäre nicht so wirklich ein Problem, wenn man die überflüssigen Sender einfach löschen könnte – aber das geht nicht. Leider. Man kann die Sender lediglich ausblenden. Auch das geht ganz gut, aber sobald man einen Sender verschieben will, werden die ausgeblendeten Sender mit angezeigt. Ein Teufelskreis…
Also da habe ich mich echt gefragt, ob die Jungs bei Philips die Teile nicht privat verwenden, denn da sollte doch irgendjemandem mal diese Problematik aufgefallen sein.
Fazit:
Das Teil rockt. Ich bin super glücklich, diesen Fernseher gekauft zu haben. Gut, 42″ oder 46″ hätten mir auch gefallen, aber man muss sich ja steigern können 
Wirklich erschrocken war ich über die schlechte Beratung bei Mediamarkt. Wenn ich bedenke, dass da völlig ahnungslose Käufer an diese Verkäufer geraten, wird mir Angst und bange. Ich muss nochmal hervorheben, dass Expert da bei mir extrem gepunktet hat. Wäre es nicht so dringend gewesen, hätte ich auch die paar Tage gewartet und den Fernseher bei denen gekauft. Aber gut, kann man nicht ändern. Mir ist natürlich klar, dass das von Filiale zu Filiale unterschiedlich ist, also kann ich hier nur für Erding sprechen…
[Update 1]
Schade. Wie ich gerade bemerkt habe, kann das Teil doch nicht einfach so auf Netzwerkfreigaben zugreifen. Man benötigt doch eine Medien-Server Software. Der Spass funktioniert mit Windows Media Center, aber auch mit NAS Platten, die das Protokoll unterstützen. Alternativ wird es sicher kostenlose Tools geben, die das erlauben. Sobald ich Netz habe, werde ich mich da mal umschauen…