Und schon sind wir beim ersten Detailartikel zum neuen Baby. Beschämenderweise muss ich zugeben, dass ich nicht in den Apple-Store gepilgert bin, sondern zu Mario’s Lieblingsladen, weil ich nicht extra nach München fahren wollte. Ich war zwar durch den Fernsehkauf von letzter Woche dazu geneigt, Expert mit einem Einkauf zu beglücken, aber leider hatten sie nur Macbook Pro’s vor Ort. Da ich dummerweise die blöde Angewohnheit habe, nicht warten zu können und bei solchen Investitionen das Produkt sofort in der Hand halten will, fiel diese Option also weg. Und so machte ich mich auf zu Media-Markt, um mir das passende Gerät auszusuchen.

Um es mir nicht allzu leicht zu machen, gab es 3 für mich interessante Macbooks: Das weiße ohne Unibody (also die letzte Generation), das neue weiße Unibody Macbook (die aktuelle Generation) und das Macbook Pro 13,1″. Alle 3 waren mit der Geforce 9400m ausgerüstet. Die Preise lagen bei 830 €, 899 € und 1099 €. Da der Preisunterschied jetzt nicht gerade sehr groß war, musste ich also nochmal ganz spontan die Hardware vor Ort auf Unterschiede untersuchen. Wichtig waren für mich die Geforce, der Audioeingang und evtl. der Firewire-Port. Das Macbook der ersten Generation bot alle 3 Punkte, jedoch war die Festplatte lediglich 160Gb groß, es setzte auf DDR2 Ram und verwendete ein normales LCD-Display mit ganzflächiger Hintergrundbeleuchtung.
Für lediglich 70€ mehr kam dann das weiße Unibody Macbook, welches alle Punkte, bis auf den Firewire-Port erfüllte. Für den relativ geringen Aufpreis gab’s 250GB Festplatte, 2GB DDR3 Ram, LED-Backlight Beleuchtung, Mac OS 10.6, den 7-Stunden Akku und das neue Glas-Trackpad mit Gestenfunktion.
Und zum 3. war da noch das Macbook Pro mit dem Alu Unibody. Technisch wurde hier das gleiche wie beim Plastik Unibody geboten, nur kam hier noch ein Firewire-Port hinzu. Leider handelte es sich dabei aber um den neuen Firewire-Standard, sodass ich an diesen meine alte Videokamera nicht anschließen könnte. Für ganze 200€ mehr hätte ich hier auch nur 160GB Festplatte, einen Kartenleser und schmale 200Mhz mehr Prozessorleistung bekommen.

Scheinbar bin ich einer der Wenigen, denen das weiße Plastik gefällt. Für mich steht das noch immer für Apple. Gut, es ist wahrscheinlich nicht ganz so stabil wie die Alu-Version, aber den Mehrpreis war es mir nicht wert. Meine Wahl fiel also auf das weiße Unibody Macbook, und bisher habe ich diese noch nicht bereut.
Das Gehäuse
Wie auch die neuen Alu-Macbooks wurde das weiße Plastik (Polycarbonat) Macbook auf das Brick-/Unibody Design umgestellt. Das bedeutet, dass das komplette untere Case aus einem Guss besteht. Das wiederrum heißt, es gibt keine Kanten. Bei einem Großteil der alten Macbooks trat nach einiger Zeit der Fehler auf, dass sich ein Gehäuseteil (direkt unter dem Trackpad) leicht löste und somit Schlitze entstanden. Dies gehört nun der Geschichte an.
Auch die Unterseite wurde neu gestaltet: Sie besteht nun fast komplett aus Gummi. Das hat die 2 großen Vorteile, dass es nicht mehr so heiß auf den Beinen wird, und dass das Macbook extrem rutschfest ist. Um an die Hardware-Innerreien zu gelangen, reicht es, die 8 Schrauben an der Unterseite zu lösen und die Gummischicht zu lösen. Dann hat man direkten Zugriff auf den Arbeitsspeicher und die Festplatte.
Die Umrandung der Tastatur ist nun nicht mehr matt, sondern erstrahlt auch im Klavierlack-Design, wie die Außenhülle. Diesen Schritt kann ich nicht ganz nachvollziehen, liegen doch dauernd die Hände auf diesen Flächen. Das führt natürlich zu Schlieren und Fingerabdrücken.
Um den Displayrahmen herum ist nun eine Gummischicht angebracht, die den Innenraum bzw. die Tastatur komplett versiegelt, sobald das Display zugeklappt ist. Eine Gute Idee wie ich finde, da so der Staub (hoffentlich) draußen bleibt. Wo wir gerade beim Klappen sind: Das Display geht nun weiter nach hinten zu klappen als bei den alten Books.
Das Display
Eines der Hardware-Merkmale, was am ehesten bei den Unibody Macbooks auffällt, ist das neue Display. Im Gegensatz zu den älteren Generationen verwendet dieses ein sogn. LED Backlight. Das heißt, dass hinter den Bildpixeln nicht eine große Beleuchtungseinheit sitzt, sondern LED’s. Dadurch kann das Display gleichmäßiger und stromsparender beleuchtet werden. Und das führt zu einer deutlich besseren Bildqualität. Im direkten Vergleich wirkt das Display des alten Macbooks sehr kontrastarm, ganz im Gegensatz zu den kräftigen und knackigen Farben der neuen Version. Einen Beitrag dazu leistet jedoch auch die neue Mac OS Version. In dieser wurde nämlich der Gamma Wert des Systems verändert.

Das Display ist zwar glossy, jedoch spiegelt es angenehm wenig. Dafür hat man aber ein sehr klares und angenehmes Bild. Die Display-Helligkeit hat scheinbar auch etwas zugenommen, was aber auch mit der LED Backlight Beleuchtung zu tun haben kann.
Über dem Display ist die gute alte iSight Webcam installiert, die mit 1,3 Mpixel arbeitet und ein gutes Bild liefert.
Die Anschlüsse
Was die Anzahl der Anschlüsse angeht, habe ich mit dem Neukauf leider einen Rückschritt machen müssen. So wurde beim weißen Unibody Macbook komplett auf den Firewire-Port sowie den zusätzlichen Line-In verzichtet. Ein kleiner Trost ist, dass der Kopfhöreranschluss multifunktional ist. So kann man ihn entweder als Ausgang oder als Eingang verwenden. Dabei kann er sowohl analog als auch digital angesteuert werden. Warum an dieser Stelle von Apple gespart wurde, kann ich absolut nicht nachvollziehen. Gerade weil Macbooks bei Dj’s sehr beliebt sind, hätte man hier nicht auf den 2. Port verzichten sollen. Aber scheinbar sollen Die Akkustik-Artisten eher zur Pro-Reihe greifen. Für meine Ansprüche reicht es allemal, und falls es wirklich mal eng werden sollte, kann man immer noch eine USB Soundkarte dran stecken. Appropos USB: es sind 2 USB 2.0 Ports vorhanden.
Netzwerkmässig ist alles beim alten geblieben und so sind ein Gigabit Netzwerkanschluss, Wlan mittels Airport und Bluetooth 2.1 vorhanden.

Weggefallen ist auch der normale Display Anschluss, an seine Stelle ist nun der neue Mini-Displayport getreten. Beim Displayport haben sich mehrere große Computer-Herrsteller auf einen Standard geeinigt, der endlich die unterschiedlichen Bildschirmanschlüsse abschafft. Das soll beim Kunden für weniger Verwirrung suchen. Ob das nun Sinn macht oder nicht, sei einmal dahingestellt. Natürlich musste Apple trotzdem sein eigenes Süppchen kochen und hat kurzerhand den Mini-Displayport, also eine verkleinerte Variante des Originals, entwickelt. Mittlerweile wurde dieser aber auch in den offiziellen Standard mit aufgenommen. In Zukunft kann man darauf hoffen, dass alle neuen Monitore und Fernseher über einen Display-Port verfügen werden. Ich bin gespannt, wie schnell sich das durchsetzen wird.
Der Wechsel zum Display Port macht leider meinen alten VGA und S-Video Adapter nutzlos und so musste ich auch an dieser Stelle wieder investieren. Vorerst habe ich auf einen VGA-Ausgang gesetzt, da diese noch immer am weitesten verbreitet sind. Wenn ich ihn benutze, dann meißtens an Beamern. Und da sucht man oft vergebens nach einem DVI-Eingang. Zum VGA-Adapter kann ich aber sagen, dass er scheinbar sehr hochwertig ist. Ich hatte das Macbook gleich mal Testweise an den neuen Fernseher angeschlossen, um darüber einen Film zu schauen. Das Macbook konnte den Fernseher über VGA ohne Probleme mit Full-HD Auflösung ansprechen, es war kein Flimmern oder sonstige Fehler zu bemerken. Zum Vergleich: Mein 24″ Arbeitsmonitor macht da richtig Probleme, gerade bei grauen Flächen ist über VGA ein extremes Flimmern bemerkbar.
Mit dem Wechsel zu Unibody ist auch ein neues Mag-Safe Netzteil hinzu gekommen, welches diesmal ein seitlich angebrachtes Kabel hat. Somit geht das Stromkabel nicht mehr Links vom Macbook weg, sondern nach hinten. Angeblich war das ein viel geäußerter Kundenwunsch. Ich persönlich finde es nicht so toll, da der Stecker etwas schwerer anzustecken geht. Beim alten Stecker musste man nur ungefähr in die Nähe des Ports kommen, schon rastete dieser dank des Magnets sofort ein.
Gewichen ist nun auch der Infrarot-Sensor an der Vorderseite des Macbooks. Ich habe mich noch nicht mit den neuen Fernbedienungen für die Macs beschäftigt, gehe aber mal davon aus, dass diese nun über Bluetooth kommunizieren. Die tolle Akku-Statusanzeige wurde auch entfernt, diese ist nur noch bei der Pro-Serie vorhanden. Damit war es beim alten Macbook möglich, auch im ausgeschaltenen Zustand den aktuellen Ladestand des Akkus zu prüfen.
Das Trackpad
Eine richtige Neuerung ist das neue Trackpad. Ich hatte bereits ein bisschen an den Alu-Macbooks damit rumgespielt, fand es da aber irgendwie “kalt”. Kann Einbildung sein, aber egal. Das Trackpad der Plastikversion gefällt mir jedenfalls besser. Beide Pads verwenden nun das bruchsichere Glas des Iphone/Ipod touch. Das führt zu einer deutlich besseren “Rutschleistung” und im direkten Vergleich mit dem Vorgänger gefällt mir das schon viel besser. Wobei das alte jetzt nicht unbedingt schlecht war. Das neue ist einfach nur besser. Da auf den Mausbutton komplett verzichtet wurde, ist das Trackpad nochmal um ca. einen cm größer geworden. Anstelle eines Buttons drückt man nun einfach das ganze Pad an der unteren Kante nach unten, um zu klicken. Ich fand das anfangs eigentlich nicht so cool, aber mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und bin nun super zufrieden damit.
Das richtige Killerfeature sind aber die Gesten, denn das neue Touchpad kann nun richtiges Multitouch. Die Gesten varieren von einem Finger bis zu 4 Fingern. Mit einem Finger funktioniert das Pad wie ein normales Trackpad, mit 2 Fingern wird gescrollt (in X und Y RIchtung), 3 Finger dienen der Vor- und Zurück-Funktion (z.B. im Browser) und mit 4 Fingern kann man die laufenden Programmfenster steuern. Dabei bedeutet ein Wisch nach unten, dass alle geöffneten Programmfenster auf einmal angezeigt werden, ein Wisch nach oben, dass alles ausgeblendet wird (“Desktop anzeigen” unter Windows) und der Wisch nach links oder rechts bringt den Programmswitcher hervor (das Gleiche wie “alt-Tab”, auch unter Windows). Wenn man es einmal hat, will man es nicht mehr missen.
Die Innerreien
Neben den ausgereiften äußeren Erscheinungsmerkmalen, dem tollen Trackpad, Display und der grandiosen Tastatur bietet auch der Innenraum des Macbooks ordentliche Werte. So werkelt darin ein Intel Core2Duo mit 2,26 Ghz, der über insgesamt 3MB L2 Cache verfügt. Für die weniger technisch versierten: L2 Cache ist nochmal um einiges schneller als Arbeitsspeicher und erlaubt so Datenraten im Gigabytebereich. Je mehr davon verbaut ist, umso besser. Denn der L2 Cache kann spielend Unterschiede beim Takt ausgleichen. Das heißt, dass eine CPU mit mehr Ghz, aber weniger L2 Cache um einiges langsamer sein kann. Muss aber nicht. Das kommt auf die Anwendung an. Aber in den meißten Fällen ist es so.
Als zentrale Speichereinheit dient eine 250Gb Festplate mit 5400 Umdrehungen pro Minute. Das ist nun nicht besonders schnell, dient aber der längeren Akku-Laufzeit und der geringeren Geräuschentwicklung. Dennoch: Man glaubt gar nicht, was der Wechsel zu einer Platte mit 7200 U/min ausmacht. Aber das kann man später ja immernoch nachholen.
Im Auslieferungszustand ist das Unibody mit 2 Gb DDR3 Speicher bestückt, was erstmal ausreichend ist. Ich strebe jedoch schnell ein Update in diesem Bereich an, da Mac OS ein Unix-Derivat ist und sich daher über jeden MB an Arbeitsspeicher freut.
Mein Favorit ist natürlich die mobile Grafikkarte Geforce 9400m. Mit dieser ist es nun endlich auch mit der normalen Macbook-Reihe möglich, auch mal das ein oder andere Spiel anzuzuocken. Da ich ab und zu auf LAN-Partys unterwegs bin spart mir das nun endlich die Schlepperrei von Rechner und Monitor. Die Grafikkarte nutzt bis zu 256 MB vom RAM, sie verwendet also shared Memory. Das ist zwar verpönt und ich bin auch nicht gerade ein Fan davon, aber für die meißten Spiele reicht es.
Für optische Datenträger ist ein 8x Superdrive vorhanden, was so ziemlich alles von CD bis Double Layer DVD brennen kann. Im Gegensatz zum alten Macbook ist es merklich leiser geworden und verzichtet nun auch auf den Check beim Einschalten, ob denn eine CD eingelegt ist.
Fazit
Alles in Allem hat sich das Update für mich gelohnt, denn die Hardware entspricht nun mehr meinen Anforderungen. Inwieweit sich Mac OS 10.6 als Vorteil herauskristalisiert und wie es mit der Gaming-Leistung aussieht: Das erfahrt ihr in den weiteren Artikeln, die morgen und übermorgen folgen…